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Wie Illustration Languages Marken stärken

Wie Illustration Languages Marken stärken

Sapera Website Impulses Team Member ek Alberto 1x1

Alberto Gobber, Sapera Studios

24. August 2021 | 4 Min

Kurzfassung

Illustrationen sind ein kraftvolles Werkzeug, um Botschaften aller Art intuitiv zu vermitteln. Viele Institutionen und Unternehmen stehen jedoch vor einem Problem: Sie haben keinen einheitlich definierten Illustrationsstil. Damit gestalterisches Durcheinander das Kommunikations- und Markenerlebnis nicht schmälert, kommen Illustration Languages immer häufiger zum Einsatz. Wie sie funktionieren und welche Vorteile sie haben, zeigt dieser Impuls.

Relevanz

Die Kraft der Illustrationen

Einige Menschen denken, dass Illustrationen nur nebensächliche Dekorationen sind, die Content und Artikel aufhübschen. Weit gefehlt. Marken und Unternehmen von heute könnten ohne Illustrationen kaum noch effektiv kommunizieren, da sie bereits unverzichtbarer Bestandteil ihrer Markenidentität geworden sind. Jede Illustration repräsentiert – bewusst oder unterbewusst – die Werte und Grundsätze dieser Marken. Gut gemacht finden Illustrationen den Weg in die Herzen der Betrachter:innen und ermöglichen eine emotionalere Wahrnehmung von Produkten. Es ist interessant zu sehen, dass vor allem Tech-Firmen Illustrationen als wichtiges Instrument einsetzen, damit sich Kund:innen stärker mit ihrer Marke identifizieren. Denn Produkte wie Software, eine Strategie oder eine Dienstleistung kann man schlecht fotografieren. Illustrieren kann man diese nicht-materiellen “Dinge” aber wunderbar.

Beispiele wie Youtube, Dropbox, AirBnB oder Mailchimp zeigen, wie Illustrationen Nutzer:innen mit dem Produkt bzw. der Marke emotional verbinden. Auch andere Unternehmen entdecken das Potenzial von Illustrationen. Denn sie sind sehr gut geeignet, um Botschaften subtil zu vermitteln. Sie funktionieren über Metaphern und mit versteckten Ebenen. Sind einprägsam und einzigartig. Und schaffen Vertrauen.

Ansatz

Warum ein systematischer Ansatz wichtig ist

Illustrationen für Institutionen und Unternehmen müssen ein Kriterium erfüllen, dass auch für Texte, Fotos und Design gilt: Sie müssen die Marke konsistent repräsentieren. Was der Tone of Voice für den Copywriter, ist die Illustration Language für – Sie ahnen es – Illustrationen. Ohne diese Regelung gibt es die eine Art von Illustration in dieser Präsentation und eine andere in jener Produktbroschüre. Inkonsistenz, die verwirrt und Identifikation verhindert.

Eine Illustration Language folgt systematisch bestimmten Regeln, die Werte und Identität der Marke repräsentieren und Teil des modernen Markendesignprozesses sind. Dabei heraus kommt ein Toolkit für die Gestaltung und Verwendung von Markenillustrationen im Allgemeinen.

Eine Illustration Language kann unterschiedlich umfangreich sein. Sie kann eine ganze Bibliothek mit verschiedenen Objekten, Szenen und Formaten enthalten, aus der Designer:innen Illustrationen entnehmen können, um sie in einem beliebigen Medium zu verwenden (etwa in einer Animation oder einem Social Media Post). Oder sie ist auf einen Regelsatz reduziert, die internen Designern oder externen Agenturen als Leitfaden dienen.

Die Vorteile einer solchen systematisierten Kreativität sind:

  • Dank des modularen Aufbaus der visuellen Assets lassen sich Illustrationen flexibler und effizienter gestalten. 

  • Der einheitliche Stil stärkt die Marke.

  • Mit dem Bausatz lässt sich fast alles – Produkte, Konzepte, Werte etc. – emotional zugänglich visualisieren.

Erfolgsfaktoren

Die Illustration Language richtig implementieren

Etwas einmalig zu illustrieren ist das eine. Eine ganzheitliche Illustration Language zu definieren, ist eine größere Herausforderung. Folgende Erfolgsfaktoren sind wichtig.

Um den Charakter der Marke wirklich zu treffen, bedarf es einer umfassenden Recherche und eines tiefen Verständnisses der Marke. Auch müssen die Verwendung von Bildern und deren Botschaften analysiert werden, um visuelle Elemente zu schaffen, die voll und ganz zur Marke passen. Unverzichtbar: Die Language muss nicht nur mit der Zielgruppe getestet werden – findet sie emotionale Resonanz? – sondern auch mit den Menschen, die sie anwenden sollen, also den Designer:innen.

Denn wenn sie niemand anwenden kann, bleibt die beste Language wertlos. Was uns zur Implementierung führt. Es ist Zeitverschwendung, dem Unternehmen, das eine Illustration Language bestellt hat, nur die Asset- und Template-Dateien zu schicken und viel Erfolg zu wünschen. Auch ein einfaches How-To wird die Designer:innen nicht dazu bringen, die neuen Arbeitsabläufe anzuwenden und zu akzeptieren. Guidelines sollten deshalb über technisch-fachliche Aspekte hinaus gehen und den tieferen Sinn und die Vorteile für jede:n einzelne:n erklären. Video-Tutorials sind der nächste Schritt, übertroffen nur durch Workshops, in denen die zukünftigen Anwender:innen geschult werden. So wie wir sie für die NÜRNBERGER Versicherung gemacht haben. Diese Workshops verleihen dem Wissenstransfer, dem Verständnis und der Akzeptanz der Illustration Language eine ganz neue Qualität. Das Foto oben zeigt beispielhaft, wie die NÜRNBERGER Versicherung ihre Illustration Language nutzt.

Fazit

Damit sich der Aufwand lohnt

Die Relevanz und Vorteile von Illustrationen liegen auf der Hand. Um aber ihr volles Potenzial nutzen zu können, müssen sie konsistent und markenkonform gestaltet werden. Die nötige Systematisierung und passenden Regeln liefert eine Illustration Language. Sie schließt eine Lücke, die im Corporate Design vieler Unternehmen noch klafft: Logo, Typo, Farben und Tone of Voice sind dort definiert – Illustrationen jedoch nicht. Weil die passende Language einen gewissen Aufwand mit sich bringt, ist es wichtig, die Erfolgsfaktoren Recherche und Analyse, Testing und Implementierung zu berücksichtigen. Nur dann kann eine Illustration Language für jede Institution oder jedes Unternehmen von großem und dauerhaftem Nutzen sein.

Alberto Gobber

Design Director

Alberto sieht Kreativität an jeder Ecke; er liebt es Zahlen und Daten auseinander zu nehmen, um neue Perspektiven zu schaffen.

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